Marktgemeinde Kraubath an der Mur

Über Kraubath

Kraubath

Lage:
Im mittleren Murtal, zwischen den Städten Leoben und Knittelfeld

Land:
Steiermark

Bezirk:
Leoben

Seehöhe:
590 bis 1490 m

Fläche:
27,42 km²

Katastralgemeinde Kraubath und Kraubathgraben

Einwohner:
1.324 (per 01.05.2010)

Haushalte:
530

Anreise

Auto

Aus Richtung Klagenfurt und Wien: eigene Abfahrt von der Murtalschnellstraße S36

Aus Richtung Salzburg, Linz und Graz: Pyhrnautobahn - Knoten St. Michael - Murtalschnellstraße S36 Richtung Klagenfurt - Abfahrt Kraubath

Google Maps

 

Bahn

Kraubath liegt an der Bahnstrecke Wien - Klagenfurt

Regional- und Eilzugsbahnhof in Kraubath

Nächste Intercity-Bahnhöfe in Leoben und Knittelfeld

ÖBB

 

Bus

Ständige Verbindung mit den Städten Leoben und Knittelfeld über Linienbusse der ÖBB

ÖBB

 

Flugzeug

Flughäfen Graz, Wien, Salzburg, Linz

Wappen

verliehen am 22.02.1956


"In einem von Silber und Kürsch halbgespaltenen Schilde,

zwei schräggekreuzte silberne Berghauen im unteren grünen Felde"

Geografische Grobgliederung

Betrachtet man das Kraubather Gemeindegebiet nach geografischen Faktoren, so kann eine Gliederung des Areals in fünf Teilbereiche vorgenommen werden:

 

Den Großteil der Gemeindefläche beherrschen im N und W die östlichen Ausläufer der Seckauer Tauern, die zu den Niederen Tauern (Zentralalpen) gezählt werden. Aufgrund der geringen absoluten Höhen (höchste Erhebung Klockkogel, 1576m) ist der Mittelgebirgscharakter mit hohem Waldanteil vorherrschend. Neben vielen kleineren Kerbtälern prägt insbesondere der Taleinschnitt des Kraubathbaches das Landschaftsbild. Dieser entspringt am Rannachtörl und teilt mit seiner südöstlichen Fließrichtung dieses Mittelgebirge in eine westliche und östliche Hälfte.

 

Das zweite Teilgebiet, die Senke von Laas, repräsentiert eine Einsattelung zwischen dem Seckauer Kristallin im N und der Gulsen im S, an dessen tiefstem Punkt der Leisingbach in östliche Richtung fließt.

 

Die dritte geografische Einheit stellt die Gulsen dar, ein Serpentinzug, der in Norden von der Tertiärsenke von Laas und im Süden von der Mur begrenzt ist.

 

Der Schwemmkegel von Kraubath, der durch postglaziale Aufschüttungen des Kraubathbaches bzw. Schuttzulieferungen aus den Teilen Ungern und Birkgraben bis nach Wolfersbach reicht, repräsentiert das vierte Teilgebiet.

 

Die letzte geografische Einheit stellt das Murtal mit dem Murdurchbruch von Preg dar. Es handelt sich hierbei um ein epigenetisches Durchbruchstal. Im Gegensatz zum antezedenten Durchbruch, wo der Fluss älter ist als das Gebirge und sich dieser in ein allmählich aufsteigendes Gebirge einschneidet, hat sich in unserem Fall die Mur durch Tiefen- und Seitenerosion in den bereits ausgebildeten Serpentinzug eingeschnitten.

 

Weitere interessante Details finden Sie unter dem Menüpunkt "Freizeit & Tourismus".

Frühgeschichte

Frhgeschichte Bild3

Kraubath um 1880

Der älteste Fund auf Kraubather Boden ist ein Serpentinbeil, das ein Alter von mehr als 5000 Jahren aufweist. Im Zuge der Errichtung der S 36 wurde in unmittelbarer Nähe des Hofes vulgo Galler in Wolfersbach Erd- und Schottermaterial entnommen. Dabei fand Herr ÖR Benedikt Hirn zufällig ein 7 cm langes Steinbeil, das 2004 am Joanneum Graz von Dr. Walter Postl sowie von Dr. Diether Kramer genauer untersucht wurde. Am breiteren Ende des 7cm langen Beiles ist ein Lochansatz zu erkennen, der offenbar für einen Stiel gedacht war. Obwohl die Vermutung nahe lag, dass es sich bei dem Serpentinbeil um einen Stein aus der Gulsen handeln könnte, sprechen die durchgeführten Untersuchungen eher für den Serpentinstandort Kirchdorf/Pernegg. Dennoch belegt ein Lochbeilfund aus St. Michael, das laut W. Modrijan aus Kraubather Serpentin besteht, dass steinzeitliche Siedler die Gesteine der Gulsen für die Herstellung ihrer Werkzeuge verwendeten.

 

Dass der Kraubather Boden bereits sehr lange besiedelt ist, dafür spricht ein weiterer herausragender frühgeschichtlicher Fund. 1955 stieß Familie Preiß beim Kelleraushub zu ihrem Wohngebäude (heutiger Flurweg) im südlichen Eck der Baugrube in einer Tiefe von ca. zwei Metern auf eine Steinplatte, die den Baufortschritt massiv behinderte. Nachdem diese Platte unter größter Kraftanstrengung mit Schlegel und Meisel doch zerschlagen werden konnte, trat ein gut erhaltenes Bronzeschaftlappenbeil zutage. Dieses Beil, das dem Typ Hallstatt zugeordnet wird, hat eine Länge von 163 Millimeter und eine Breite von 45 Millimeter. Das 260 g schwere Beil besticht zudem durch seine ungewöhnliche Form, denn im Gegensatz zu älteren Funden weist es beinahe geometrische und gezogene Kanten auf. Neben diesem gut erhaltenen Bronzeschaftlappenbeil stieß Familie Preiß auch auf ein cirka 30 Zentimeter langes, speerspitzenähnliches Objekt. Diese, vermutlich aus Eisen bestehende Speerspitze, oxidierte jedoch in den Folgejahren, sodass nur mehr dunkelgrauer Gries von ihr übrig blieb. Darüber hinaus entdeckte man auch eine Gewandfibel, über deren Verbleib jedoch keine Angaben gemacht werden können. Des Weiteren kam in einer Tiefe von 150 cm unter der heutigen Oberfläche eine Schwarzerdeschicht zutage, die auf eine vergangene Kultur schließen lässt. Von Herrn ÖR Ing. Friedrich Lucchinetti über die genauen Umstände der Fundbergung instruiert, wurden Archäologen der Universität Graz und des Bundesdenkmalamtes um ihre Mithilfe bemüht. Eine durchgeführte Expertise des Fundstückes und der Umstände des Beilfundes, die von Frau Mag.a Maria Windholz-Konrad vorgenommen wurde, brachte für Kraubath ein sensationelles Ergebnis. Es kann nun mit Sicherheit angenommen werden, dass es sich bei diesem Fund um die Grabbeigaben eines frühzeitlichen Menschen gehandelt hat – somit vom ersten, nachweisbaren Kraubather! Die beim Hausbau angetroffenen Brandhorizonte und die Steinplatte, welche den Fund abgedeckt hatte, weisen auf eine Brandbestattung hin. Es könnte sich daher um ein Steinkistengrab gehandelt haben, das in die Hallstattzeit (ältere Eisenzeit, 800 – 400 v. Chr.)  zu datieren wäre. Aufgrund der Machart des Beiles und der zusätzlich angefundenen Gegenstände, ist anzunehmen, dass das Kraubather Grab in diese Zeit (rund 500 v. Chr.) angesiedelt werden könnte.

 

Auch aus der Römerzeit liegen für Kraubath zahlreiche Funde vor – Münzen, Quadersteine, unterirdische Hohlräume – die auf einen möglichen römerzeitlichen Siedlungsstandort im Bereich der Heiligensteinkapelle schließen lassen. Das am besten erhaltene Fundstück und gleichzeitig der einzige sichtbare Hinweis aus dieser Epoche ist ein Römerstein, der beim Abschlagen des Verputzes am ehemaligen Gasthaus Hopf zum Vorschein kam. Über dem Portal, in etwa 4 Meter Höhe, kam ein Teil eines Grabmals aus dem 2. Jahrhundert zu Tage, welcher zwei Delphinpaare mit zwei nach oben gekehrten Dreizacken zeigt. Die Darstellungen auf diesem Relief (90 x 30 cm) – auf weißgrauem kristallinen Kalk gefertigt – sind in der antiken Kunst häufig anzutreffen, da Delphine als Vermittler zwischen dem Diesseits und dem Jenseits angesehen wurden. Es gibt jedoch leider keine stichhaltigen Beweise, wo sich das dazugehörige Grab befunden haben könnte.

Besiedelung

Hinweise auf slawische Besiedlung durch Orts- Fluss- und Bergnamen, die in der Gegend recht häufig sind. Ab 1050 bis 1100  scheinen die ehemals slawischen Namen verdeutscht in Urkunden auf. Die älteste Urkunde,  in der Kraubath erwähnt wird, stammt etwa aus der Zeit um 1050.

Darin wird es als „Chrowata“ angeführt. Weitere Schreibweisen:1080 - Chrowat, 1208- Chrawat, 1292- Dorf Chrabat, 1357 Krauat, 1471 Kraubat ob St.Michael, 1500 – Kraubat.

Der Kraubathgraben scheint erstmals um 1266 als „Chrawatten“ auf. Der Ortsteil Leising  als „Leusnich apud villam Chrawatten“.

Der Ortsteil Wolfersbach scheint 1406 als „Wolferspach bey Chrawaten“ und 1500 als „Wulferspach“ auf.

Chronologie

Kraubath

1480:  Brandschatzung durch die Türken

1532:  Verwüstungen durch italienische und spanische Soldtruppen

1713/14:  brach die Pest in Kraubath aus Von damals 354 Bewohnern in 57 Häusern starben 55 (Ein Sechstel !!)

um 1786: Das erste Schulhaus unter Patronat des Stiftes Admont wurde errichtet

1827: Die Mur trat aus ihren Ufern und zerstörte alle südlich der Rudolfsbahn befindlichen Wirtschaftsobjekte.

1838: Hochwasser durch den Kraubathbach

1843: Errichtung des heute noch bestehenden Gebäudes der Volksschule

ca 1860: Abbau von Magnesitvorkommen in der Gulsen und Errichtung des Magnesitofens (Belieferung der Vordernberger Hochöfen)

Abbau erfolgte bis 1922.

1875: Schließung des Postamtes wegen Unrentabilität – Einführung des Postzustelldienstes durch Landbriefträger.

17.05.1875: Gründung der Freiw. Feuerwehr.

7.7.1877: Schwere Unwetter mit großen Hagelschäden, sowie Zerstörung aller Brücken und der meisten Straßen durch den übergehenden Kraubathbach

1890 – 1892: Umbau des Schulgebäudes

1898 und 1899: Große Brände zerstörten einen guten Teil der Ortschaft

1904-1905: Aufstockung des Schulgebäudes.

1907: Errichtung der Magnesithütte in Kraubath (Nähe Bahnhof)

1922: Einweihung des Kriegerdenkmals am Eingang zum Kraubathgraben

1927: Großbrand; von der Tenne des  GH Schweiger-Hopf ausgehend wurden 7 Objekte eingeäschert

1930: Erweiterung der Volksschule auf 5 Klassen.

1948: Hochwasserkatastrofe durch Austritt des Kraubathbaches

1950/52: Kraubathbachverbauung

1957: Stillegung der Magnesithütte – Verlust von rund 150 Arbeitsplätzen

1950-1962: Bau von 4 Mehrfamilienhäusern

1966: Murhochwasser zerstört Verbindung nach Chromwerk

1972-73: Wasserleitungserweiterung

1973: Einführung der obligaten Müllabfuhr

1977/78: Bau des Kindergartens mit 3 Wohnungen

1979: Inbetriebnahme des Kindergartens

1984: Übergabe des ersten MF-Wohnhauses durch eine Wohnbaugenossenschaft

1985 - 1988: Bau der Umfahrungsstraße S36

1985/86: 1. Kirchplatzumgestaltung

10.02.1986: Jahrhundertschnee – über 1 m in kürzester Zeit

1986/87: Im Zuge des Schnellstraßenbaues kam es auf Initiative des FVV zur Errichtung des rund 3 ha großen  Badesees, der privat von den Besitzern Familie Steiner betrieben wird.

1987: Generalsanierung der Murbrücke nach Chromwerk durch die Gemeinden Kraubath und St. Stefan

1988: Inbetriebnahme der S36 als Umfahrung von Kraubath

1989: Unwetter führten zu großen Schäden durch Überflutungen vom Leisingbach, Kraubathbach und durch die Mur

25.Sept. 1989: Der Ungernbach trat aus seinen Ufern und richtete  von der Ungernstraße über die Roseggergasse , Feldgasse, Hlg.Steinstraße bis zur Schenksiedlung größte Schäden an. Das Bundesheer musste Hilfe leisten.

1989 – 93: Errichtung der Ortskanalisation

30.09.1992: Der seit 1911 bestehende Gendarmerieposten fällt dem allgemeinen Zusammenlegungstrend zum Opfer  und Kraubath wird ab 01.10.1992 vom Posten St. Michael betreut

1993: Eröffnung des Radwegnetzes „Gleinalm Nord“ (St. Michael - St.Stefan - Kraubath)

1993/1994: Als erstes Leasingprojekt der Gemeinde erfolgte die Errichtung des Mehrzwecksaales samt Schulumbau

1999: Eröffnung einer öffentlichen Bücherei im ehemaligen Bürgermeister- Sekretariat  im Amtshaus.

Oktober 2000  Das Internetzeitalter bricht an

Erstellung der 1. Homepage

 

Volksschule


1843: Erbau der Volksschule an ihrem jetzigen Standort

1890 – 1892: Erster Umbau

1904 – 1905: Aufstockung und Klassenerweiterung für damals insgesamt 125 Schüler.

1953: Aufstockung über dem Turnsaal

In den Folgejahren, vor allem in den 70er und 80er-Jahren wurden laufend kleine Veränderungen und Erneuerungen durchgeführt.

 

Eine Generalsanierung von Keller bis Dachboden einschließlich der gesamten Einrichtung erfolgte 1993-94 mit dem Bau des an die Volksschule angeschlossenen Dorfsaales, der auch als Turnsaal für die Schule verwendet wird.

 

Kindergarten

1977-1978 wurde im Ortszentrum ein eingruppiger Gemeindekindergarten errichtet, die Inbetriebnahme erfolgte ein Jahr darauf.

 

Pfarre

1196 scheint die Kirche des hl. Georg zu Kraubath (ecclesia sancti Georgii ad Chrowat) in einer Bestätigungsurkunde des Erzbischofs Adalbert III. von Salzburg auf.

Seit 1524 hatte Kraubath bereits eigene Seelsorger, die aber vom Pfarrer in St. Michael eingesetzt wurden.

1659 – 1964: Errichtung eines Pfarrhofes

1735: Umbau und Erweiterung

1784: Kirchenumbau

1955/56: Neugestaltung der Kirche, die dadurch viel von ihrem barocken Aussehen sowie auch den barocken Altar verlor.

Bis 1978 rund um die Kirche Pfarrfriedhof, seit 1978 im Anschluss daran Friedhofserweiterung durch die Gemeinde und Errichtung einer Urnenmauer.